Künstlerkonzept: „AUSFAHRT“

Zwischen Zukunftsangst und notwendigem Übergang

Die Arbeit „AUSFAHRT“ setzt sich mit der Ambivalenz des Ungewissen auseinander und nutzt die Architektur des Tunnels als Metapher für den Übergang in eine prekäre Zukunft. Das Werk bewegt sich im Spannungsfeld zwischen existenzieller Beklemmung und dem radikalen Potenzial eines Neuanfangs.

1. Die Architektur der Angst (Zukunft als Leere)
Das Zentrum der Komposition bildet eine totale Schwärze, die das psychologische Moment der Ungewissheit visualisiert. In dieser Leere manifestiert sich die Angst vor dem Kontrollverlust: Der kühle, kontrollierte Beton der Gegenwart trifft hart auf die Finsternis des Kommenden. Die Perspektive fungiert hier als Sog, der den Betrachtenden in ein „Schwarzes Loch“ führt, in dem alle bisherigen Pläne und Sicherheiten zu verschwinden drohen. Der Tunnel wird zur Sackgasse, in der die Dunkelheit wie eine Mauer wirkt.

2. Ironie der Verheißung (Die Krise des Auswegs)
Das über der Einfahrt platzierte Schild „AUSFAHRT“ fungiert als zynischer Kommentar auf unsere technokratische Welt. Wo ein Ausweg versprochen wird, bietet das Bild optisch nur das Nichts. Diese Diskrepanz spiegelt eine tiefe Perspektivlosigkeit wider: Herkömmliche Lösungen führen nicht mehr in eine hellere Zukunft, sondern in eine tiefere Ungewissheit. Die geometrische Strenge der Wände beschneidet die Wahlmöglichkeiten und warnt vor einer Zukunft, die den individuellen Spielraum zunehmend verengt.

3. Tabula Rasa (Der notwendige Übergang)
Jenseits der pessimistischen Deutung begreift das Konzept das Schwarz als „unbeschriebenes Blatt“. Um eine neue Zukunftsperspektive zu gewinnen, müssen die sterilen, alten Strukturen des grauen Betons verlassen werden. Das Bild fordert den Mut zum „Ungesicherten“ ein – den bewussten Schritt in den dunklen Bereich, ohne das Ergebnis im Voraus zu kennen. Die Dunkelheit ist hier nicht das Ende, sondern der notwendige Transitraum für Transformation.

4. Technokratische Entfremdung
Die Ästhetik des Werks verzichtet bewusst auf organische Spuren und Menschlichkeit. Sie verweist auf eine sterile, funktionale Infrastruktur, die den Einzelnen anonymisiert. Damit stellt die Arbeit die Frage nach der Qualität unserer Zukunft: Bewegen wir uns durch einen lebenswerten Kosmos oder werden wir lediglich durch eine kalte, entfremdete Architektur des Daseins „durchgeschleust“?

Fazit
„AUSFAHRT“ ist eine Einladung, die eigene Position im Angesicht der Ungewissheit zu prüfen. Es ist das „ungesicherte Blatt“ im Spiel der Möglichkeiten – eine visuelle Untersuchung der Unwucht zwischen der Sicherheit des Bekannten und der notwendigen Gefahr des Neuen.

2025/26 ausgestellt in der Mitgliederausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler München Oberbayern.

Eine minimalistische, moderne Innenansicht mit hellgrauen Wandpaneelen und einer geschlossenen Aufzugstür aus gebürstetem Edelstahl. In die linke Wand ist ein kleines, quadratisches Kunstwerk eingelassen, das optisch wie ein Loch in der Wand wirkt: Es zeigt eine perspektivische Ansicht eines in tiefe Dunkelheit führenden Tunnels, über dessen Eingang ein kleines Schild mit der Aufschrift „AUSFAHRT“ angebracht ist.
  • AUSFAHRT

    2025 | Foto-Abzug auf Alu-Dibond, Edition 7 Exemplare | 50 x 60 cm

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    Wissenswertes über Nutztiere

    Zwischen Zukunftsangst und notwendigem Übergang

    Die Arbeit „AUSFAHRT“ setzt sich mit der Ambivalenz des Ungewissen auseinander und nutzt die Architektur des Tunnels als Metapher für den Übergang in eine prekäre Zukunft. Das Werk bewegt sich im Spannungsfeld zwischen existenzieller Beklemmung und dem radikalen Potenzial eines Neuanfangs.

    1. Die Architektur der Angst (Zukunft als Leere)
    Das Zentrum der Komposition bildet eine totale Schwärze, die das psychologische Moment der Ungewissheit visualisiert. In dieser Leere manifestiert sich die Angst vor dem Kontrollverlust: Der kühle, kontrollierte Beton der Gegenwart trifft hart auf die Finsternis des Kommenden. Die Perspektive fungiert hier als Sog, der den Betrachtenden in ein „Schwarzes Loch“ führt, in dem alle bisherigen Pläne und Sicherheiten zu verschwinden drohen. Der Tunnel wird zur Sackgasse, in der die Dunkelheit wie eine Mauer wirkt.

    2. Ironie der Verheißung (Die Krise des Auswegs)
    Das über der Einfahrt platzierte Schild „AUSFAHRT“ fungiert als zynischer Kommentar auf unsere technokratische Welt. Wo ein Ausweg versprochen wird, bietet das Bild optisch nur das Nichts. Diese Diskrepanz spiegelt eine tiefe Perspektivlosigkeit wider: Herkömmliche Lösungen führen nicht mehr in eine hellere Zukunft, sondern in eine tiefere Ungewissheit. Die geometrische Strenge der Wände beschneidet die Wahlmöglichkeiten und warnt vor einer Zukunft, die den individuellen Spielraum zunehmend verengt.

    3. Tabula Rasa (Der notwendige Übergang)
    Jenseits der pessimistischen Deutung begreift das Konzept das Schwarz als „unbeschriebenes Blatt“. Um eine neue Zukunftsperspektive zu gewinnen, müssen die sterilen, alten Strukturen des grauen Betons verlassen werden. Das Bild fordert den Mut zum „Ungesicherten“ ein – den bewussten Schritt in den dunklen Bereich, ohne das Ergebnis im Voraus zu kennen. Die Dunkelheit ist hier nicht das Ende, sondern der notwendige Transitraum für Transformation.

    4. Technokratische Entfremdung
    Die Ästhetik des Werks verzichtet bewusst auf organische Spuren und Menschlichkeit. Sie verweist auf eine sterile, funktionale Infrastruktur, die den Einzelnen anonymisiert. Damit stellt die Arbeit die Frage nach der Qualität unserer Zukunft: Bewegen wir uns durch einen lebenswerten Kosmos oder werden wir lediglich durch eine kalte, entfremdete Architektur des Daseins „durchgeschleust“?

    Fazit
    „AUSFAHRT“ ist eine Einladung, die eigene Position im Angesicht der Ungewissheit zu prüfen. Es ist das „ungesicherte Blatt“ im Spiel der Möglichkeiten – eine visuelle Untersuchung der Unwucht zwischen der Sicherheit des Bekannten und der notwendigen Gefahr des Neuen.

    2025/26 ausgestellt in der Mitgliederausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler München Oberbayern.

    Eine minimalistische, moderne Innenansicht mit hellgrauen Wandpaneelen und einer geschlossenen Aufzugstür aus gebürstetem Edelstahl. In die linke Wand ist ein kleines, quadratisches Kunstwerk eingelassen, das optisch wie ein Loch in der Wand wirkt: Es zeigt eine perspektivische Ansicht eines in tiefe Dunkelheit führenden Tunnels, über dessen Eingang ein kleines Schild mit der Aufschrift „AUSFAHRT“ angebracht ist.